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Worte zur Dualität

 

    Der Begriff der "Dualität" lässt sich am besten durch den Ausspruch erklären:

 

 Alles hat zwei Seiten.

 

    Mit anderen Worten: Alles hat einen Gegensatz. Beispiele dafür sind unter anderem:

 

oben und unten; schwarz und weiß,

Krankheit und Gesundheit;

innen und außen; reden und schweigen.

 

    Die Palette lässt sich beliebig fortsetzen.

 

    Wir alle leben in dieser Welt der Dualität, denn wir brauchen sie, um uns zu erfahren.

    Allein durch das Vorhandensein der Dualität  können wir lernen und erkennen.

 

    Wie sollte sonst ein kranker Mensch wissen, was Gesundheit ist oder ein gesunder

    Mensch erfahren, was Krankheit bedeutet? Ohne eine von beiden Seiten gelebt

    zu haben, kann er die andere Seite nicht erkennen. Deshalb ist es wichtig, an dieser

    Tatsache zu lernen, wer und was wir sind. Wie will ich erkennen was Freude ist, wenn

    ich die Trauer nicht erlebte? In diese duale Welt ist jeder von uns Menschen

    hineingeboren, um zu lernen und sich in ihr zu erfahren. Diese Erfahrungen bietet uns

    die große Chance, Bewusstsein zu erlangen.

 

    Von Wichtigkeit ist, zu erkennen: Wir selbst leben diese Dualität durch unser Denken.

    Unser Verstand denkt in Gut und Böse, doch im Guten ist auch Schlechtes enthalten wie

    im Schlechten auch Gutes zu finden ist.

 

    Sind wir Menschen uns dieser Tatsache bewusst?  Sehr viele Menschen sind sich

    dessen unbewusst und aus diesem Grunde fällt es den meisten schwer, zu erkennen,

    dass gerade die von uns als negativ empfundenen Erfahrungen und uns negativ

    erscheinenden  Ereignisse die positivsten und wertvollsten aller Erfahrungen sind, die

    uns wiederfahren können.

 

    Würden wir Negatives nicht erfahren, könnten wir das Positive gar nicht erkennen. Nichts

    ist ständig nur gut und nichts ist ständig nur schlecht, wie wir es gern sehen wollen. In

    unserem Dasein hält sich beides die Waage, auch wenn wir es nicht erkennen wollen.

    Wir, sprich unser Verstand, bewerten, ob etwas gut oder schlecht ist. Diese Einteilung

    hängt also davon ab, wie jeder einzelne von uns die Dinge sieht. Der eigene Verstand und

    unser individuelles Denken sind es, die uns begrenzen, obwohl wir, wie eingangs

    beschrieben, doch grenzenlos sind.

 

´   Jeder für sich selbst hat es in der Hand, die Dinge so zu sehen wie sie sind, statt sie

    durch das eigene Denken in die beiden Seiten - wie positiv und negativ usw. - zu teilen.

    Einem klein gewachsenen Menschen  erscheint ein Baum aus seinem Blickwinkel als

    groß gewachsen und ein groß gewachsener Mensch, der denselben Baum betrachtet,

    meint, dieser selbe Baum sei klein. Es ist derselbe Baum in genau der Größe wie er ist.

    Wir allein sind es, die ihn be-ur-teilen, statt ihn tatsächlich so zu sehen, wie er ist.

 

    Die Menschen, die in der Lage sind, diese Dualität zu erkennen und in ihrer Gesamtheit

    zu betrachten, die nähern sich ihrer Mitte. Das bedeutet nichts anderes, als die Dinge,

    wie immer sie uns erscheinen mögen, zu erkennen wie sie sind ohne Be-Wertung und

    ohne Ur-Teil.

 

    Bewerten ist eine Wertung  aus unserem individuellen Denken und aus unserer

    individuellen Sicht. Man neigt aufgrund dessen  in der Regel dazu, diese Sicht als

    feststehend, allgemeingültig zu betrachten. Einer meint im Recht zu sein und ein anderer

    im Unrecht. Nur ist der andere aus seiner Betrachtungsweise nicht auch im Recht?

    Welcher Illusion (Maya) unterliegen wir doch durch unser Denken - siehe das

    Baumbeispiel -.

 

    Ur-teilen bedeutet, die Dinge, die ganz und vollkommen sind, zu teilen. Verstand und

    Denken teilen also  - z.B. klein/groß -. Auf diese Art und Weise sehen wir immer

    nur einen Teil und lassen den anderen außer acht, sehen daher ein in sich vollkommenes

    Ganzes geteilt und verfallen wieder in die uns umgebende Dualität.

 

    Deshalb braucht sich kein Mensch darüber zu wundern, dass er Dinge als gut oder

    schlecht betrachtet, Freude oder Trauer empfindet. Jeder tut es selbst aus sich heraus,

    weil er es so sehen oder empfinden will. Jeder für sich selbst macht es, kein anderer,

    denn niemand kann durch eines anderen Augen schauen, eines anderen Gefühle fühlen

    oder gar die Gedanken eines anderen Menschen denken.